Tag der Resignation

Veröffentlicht via Politik&Gesellschaft

„Weltflüchtlingstag“ oder: Tag der Resignation

Passend zum Weltflüchtlingstag veröffentlichen die Vereinten Nation den UNHCR-Jahresreport. Und die Bezeichnung „Weltflüchtlingstag“ könnte in Anbetracht der 65 Millionen Flüchtlinge, Binnenvertriebener und Asylsuchender seit Ende 2015 zutreffender nicht sein. Laut dem Bericht überschreitet deren Anzahl erstmals die Grenze von 60 Millionen und erreicht damit den höchsten Wert seit der Durchführung statistischer Erhebungen.

Mit dem Bericht will die internationale Organisation alarmieren. So werden Statistiken geliefert, die die Dringlichkeit und Dramatik der globalen Notsituation mit Zahlen und Fakten untermauern. Das gelingt. Neben dieser deskriptiven Komponente geht der Bericht auch auf Gründe für die Zuspitzung der Lage ein. Zum einen dauern die Konflikte, die fluchtauslösenden Situationen länger an. Neben den Konflikten in Somalia und Afghanistan, die seit mehreren Jahrzenten schwelen, wird weiterführend die größere Anzahl neuer oder wiederaufgenommener Konflikte beschrieben. Als letzten, finalen Grund führt der Bericht an, dass „effektive und dauerhafte Lösungen immer länger auf sich warten“ lassen. Warten lassen? Fällt es nicht gerade in die Kompetenz der UN als Scharnier zwischen Staaten aktiv zur kooperativen Problembearbeitung zu dienen? „Tag der Resignation“ weiterlesen

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Ein Sommer (fast) ohne Polit-Talk

Veröffentlicht via Politik&Gesellschaft


Durchatmen: Ein Sommer (fast) ohne Polit-Talk

Die warme Jahreszeit begeistert nicht nur wegen des Wetters, der wohlschmeckenderen Getränke und allgemeiner Leichtigkeit. Nein, sie bietet auch einen weiteren Vorteil. Beinahe alle Flagschiffe der medialen, politischen Debatte sind in Sommerpause. Nutzen wir also die kurze Verschnaufpause um das Format „Polit-Talkshow“ kritisch zu betrachten.

Natürlich sind wir als aufgeklärte Menschen nicht verpflichtet uns die Wills, Plasbergs, Illners usw. anzutun. Die neuen Medien bieten differenzierte Möglichkeiten sich mit dem politischen Geschehen selbstbestimmt auseinanderzusetzen. Trotz Wandel der Medienlandschaft besitzt das Format jedoch nach wie vor eine hohe Relevanz für die öffentliche Wahrnehmung von Politik. So erreicht Anne Will am Sonntagabend nach des Deutschen liebsten Tatorts locker die Grenze von 4 Millionen Zuschauern. „Ein Sommer (fast) ohne Polit-Talk“ weiterlesen

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Artikel – Call for Papers: „Islamischer Staat“

Eingereicht zum Call for for Papers der Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung zum Thema: Krieg gegen den Terror? Zum Umgang mit dem sog. „Islamischen Staat“


Begünstigende Faktoren für die Existenz des Islamischen Staates

Über die Fehlende Nachhaltikeit des Luftkrieges im Irak und Syrien

Abstract

Um eine kritische Betrachtung von nachhaltigen Erfolgsaussichten der neuerlichen Militärintervention mit deutscher Beteiligung zu ermöglichen, ­ist es diesem Beitrag wichtig, die Einflussnahme vor allem westlicher Akteure in der arabischen Region als eine mögliche Bedingung einer heternomen Entwicklung hin zur heutigen Situation und damit auch für die Entstehung des Islamischen Staates (IS) zu identifizieren. Anhand dieses roten Fadens werde ich mich mit der jüngeren Geschichte des Iraks auseinandersetzen. Hier rief Abu Bakr Al-Baghdadi am 10. Juni 2014  nach dem Sturm auf Mossul das „Islamische Kalifat“ aus und erreichte damit weltweite große Aufmerksamkeit. Weiterhin möchte ich mich mit den relevanten Akteuren der drei Golfkriege, den sozio-okönomischen Folgen und den Ressourcen, sowie Strukturen des IS, die in Wechselwirkung mit ebendiesen erst enstehen konnten, in Ausschnitten beschäftigen. Der Beantwortung der Frage, inwiefern diese Akteure für die Schaffung begünstigender Faktoren für die Entwicklung des IS hervorzuheben sind, soll hier ein Beitrag geleistet werden.
„Artikel – Call for Papers: „Islamischer Staat““ weiterlesen

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Besuch bei HoGeSa

Einstieg – Reportage

An einem kalten, verregneten Tag im Spätherbst machte ich mich per Fernbus auf den Weg nach Hannover um an der bürgerlichen Demonstration gegen die Kundgebung der „Hooligans gegen Salafisten“ teilzunehmen. Am Bahnhof angekommen scheiterte eine erste Orientierung. Irritiert durch die vielen Polizeiabsperrungen und die eigentlich auch überflüssigen Wegweiser fand ich mich vor einem Polizisten wieder. Wir schauten uns in die Augen. Tiefer als mir lieb war. Du willst zur Demo? Ja. „Besuch bei HoGeSa“ weiterlesen

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„Der Kuaför aus der Keupstraße“

Rezension

Fällt der Begriff „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) erscheint einem das schweigende Gesicht von Beate Tschäpe im Gerichtssaal, ihr juristisches Taktieren der Anwälten, die mysteriöse Aura des Trios oder die dubiose Rolle des Verfassungsschutzes. Fast vergisst man dabei, was es angerichtet hat. Sie haben Attentate begangen, Menschen getötet und damit nicht nur Leben ausgelöscht, sondern auch das der Überlebenden, Opfer und Angehörigen zerstört und bis heute geprägt. Der vernachlässigten Opferperspektive auf die Taten des NSU nimmt sich der Filmemacher Andreas Maus in seiner 97-minütigen Dokumentation „Der Kuaför aus der Keupstraße“ an. „„Der Kuaför aus der Keupstraße““ weiterlesen

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Was war da nochmal links?

Print-Veröffentlichung in: Politik&Gesellschaft Nr. 17, Hamburg.

Was war da nochmal links?

Die Demontage der Idee einer besseren Welt

Die Veröffentlichung der Oxfam-Studie vom 18.01.2016 konnte trotz ihrer Brisanz, dass 62 Menschen soviel wie die Hälfte der Weltbevölkerung besitzen, niemanden nachhaltig beeindrucken. Sie ist ein kleiner Teil einer großen Wahrheit, der sich viele Leute zumindest im Ansatz bewusst sind. Der paradoxen Kummulation von Reichtum in den Händen Weniger stehen Milliarden von Menschen gegenüber, die so gut wie nichts haben. Weltweit, aber auch in Deutschland, kann man diese Bipolarisierung in relativem Ausmaß vorfinden. Eigentlich die perfekte Zeit für die Erfolgsaussichten linker Politikinhalte. Ein starker, regulierender, umverteilender Sozialstaat, der Werte wie Gleichheit, soziale Gerechtigkeit und Solidarität mit den Schwachen verkörpert, müsste in diesen Zeiten doch die Alternative sein, die hohe Wirkungskraft in Form von Wählerstimmen entfaltet. Warum aber können Vertreter linker Positionen – in meiner Betrachtung SPD und die Partei Die Linke  – die genannte Vorlage nicht verwandeln? „Was war da nochmal links?“ weiterlesen

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Rezension „Friedensbildung“

„Friedensbildung-Das Hamburger Interdisziplinäre Modell“

Veröffentlicht in Sicherheit+Frieden (Nomos Verlag) Ausgabe 01/2016 , Seite 92f.

Buchbesprechung der Publikation „Friedensbildung-Das Hamburger Interdisziplinäre Modell“ (Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht) von Ulrike Borchardt, Angelika Dörfler—Dierken, Hartwig Spitzer (Hrsg.)

Fließtext aus rechtlichen Gründen nicht einsehbar.

Weiterleitung zum Verlag/Ausgabe.

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